Visions_of_Atlantis

!Achtung! Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für falsch verstandene oder missinterpretierte Texte... Von mir erstellte Texte in diesem Blog basieren einzig und allein auf meiner Auffassung der Dinge und stellen so meine eigene persönliche Meinung dar.


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Mit meinem ehemals besten Online-Freund zusammen verfasst...

Wissen Sie wie es ist jeden Tag damit zu kämpfen sich nicht ins eigene Fleisch zu schneiden? Kennen Sie dieses Gefühl von Scham und Selbsthass, wenn man diesen Kampf verliert? Fühlen Sie sich an manchen Tagen ausgebrannt, gelangweilt, deprimiert? Haben Sie manchmal Angst den Verstand zu verlieren? Plagen Sie nachts Schreckgespenster die Sie nicht schlafen lassen? Sind sie paranoid, weil Sie glauben, dass Alle Sie anstarren? So etwas müssen jedenfalls viele SVV-ler täglich durchleben; ich eingeschlossen. Außer das mit der Paranoia, denn ich wurde tatsächlich von allen Seiten beobachtet. Immer wenn ich durch die Straßen Schneebergs (einer Kleinstadt) ging, spürte ich die Blicke meiner sogenannten Mitbürger. Es war kein Geheimnis, dass ich zum selbstverletzenden Verhalten neigte, seit... Tja, seit meinem mehrwöchigen Aufenthalt in einer Klapsmühle wegen angeblicher Selbstmordgefährdung. Wie die Leute davon erfahren hatten war mir bis heute noch schleierhaft. Freunde hatte ich keine und meine Familie wohnte am anderen Ende von Deutschland und der Einzigste hier der von meinem Problem gewusst hatte war der Psychiater gewesen der mich damals einliefern ließ. Vielleicht eine seiner Angestellten die gerne in Patientenakten las. Was soll’s. Sollten mich die Leute ruhig für einen Irren halten. Mein Leben war eh’ sinnlos und im Grunde genommen wartete (hoffte) ich nur noch auf einen frühkommenden Tod.
Auf dem Weg zum allwöchentlichen Einkauf passierte es schon wieder. Fremde Augen die heimlich zu meiner Person herüberschielten. Meine Güte, ich konnte förmlich ihre Gedanken hören: So etwas lässt man herumlaufen... Wann der wohl mal wirklich durchrastet... Eine tickende Zeitbombe...
Als ich den Schreibwarenladen Röther betrat schnappte sich sogar eine Frau ihr Kind und zog es mit sich in die Ecke mit Schreibheften, so als bestehe die Gefahr ich könnte das Kind mit Wahn anstecken. Wegen dieser übertriebene Aktion hätte ich fast auflachen müssen, aber irgendwie gelang es mir diesen Impuls zu unterdrücken. Auch diese dämliche Bemerkung ‚Ich weiß wo ihr wohnt’ verkniff ich mir.
„Was kann ich heute für Sie tun“, fragte Frau Röther freundlich.
Sie gehörte zu den wenigen Menschen die mich noch wie einen Normalen behandelten. Ob das nun an ihrem Charakter oder ihrer Verkaufsstrategie lag, sie war mir einfach sympathisch.
„Eine Rolle Thesa, eine Bastelschere, Schreibpapier.“
„Wie läuft das Geschäft?“
„Recht gut – wie immer eben.“
„Der Trick besteht ja nur darin die Käufer respektvoll zu behandeln.“
„Etwas, was ich mir von Ihnen abgeschaut habe.“
„Das macht dann 8,63€“, sagte sie schmunzelnd.

Eigentlich hasste ich Alkohol, aber an diesem Abend hatte ich mal wieder beschießende Laune (Das mit der Frau und dem Kind hatte mich am Ende doch noch aufgeregt) und wollte mich nur noch besaufen. An einer Tankstelle kaufte ich mir eine überteuerte Flasche Jack Daniels. Während ich ziellos herumlief nahm ich ab und zu einen Schluck. Anfangs brannte es so stark in meiner Kehle, dass ich am Liebsten gekotzt hätte. Aber schon bald verschwand der Drang danach und eine wohlige, warme Müdigkeit machte sich in mir breit die meinem Geist vernebelte. Mich überfiel plötzlich der Wunsch auf das Geländer der Brücke zu steigen, die sich über den Bahngleise erstreckte. Jemand war mir zuvorgekommen. Da hier nur der Mond als Beleuchtung diente konnte ich nur die Umrisse der Person sehen die seelenruhig auf dem Geländer stand und in der Ferne einen fiktiven Punkt anfixieren zu schien. Sie hielt ihre Arme wie ein Chirurg, der sich gerade für eine Operation steril gemacht hatte. Während ich mir überlegte ob ich sie da herunterholen sollte hörte ich ein leises Knistern. Aus ihrem Rücken wuchsen hell schimmernde Flügel, die sich zu einem gewaltigen Umfang entfalteten. Dann sprang sie und flog höher, immer höher. Verblüfft glotzte ich die Flasche an und murmelte anerkennend: „Nicht schlecht.“
Am Ende meiner Wanderung musste ich mich doch noch übergeben. Selbst als mein Magen leer war wollte der Brechreiz nicht abklingen. Zurück in meiner Wohnung bemerkte ich zuerst die Frau gar nicht die regungslos auf meinem Balkon lag. Im Badezimmer wusch ich mir das Gesicht und versuchte den üblen Geschmack in meinem Mund wegzubekommen. Die stickige Luft in der Wohnung verursachte (jedenfalls glaubte ich das) neue Übelkeit und ich öffnete daher alle Fenster. Da nahm ich auch erst die Frau wahr. Fast hätte ich laut aufgeschrieen. Nur ein weiterer Schock hielt mich davor zurück. Zwei Flügel umschlangen ihren Körper.



Ich stand also auf dem Geländer dieser Brücke, betrachtete den Mond und die Sterne, als ich in der Ferne etwas wahrnahm. Ich konnte nicht sagen, wo es war, aber ich würde es finden. Ich bemerkte gar nicht diesen Kerl, der plötzlich die Brücke betrat. Erst als ich merkte, dass ich beobachtet wurde, sah ich ihn aus den Augenwinkeln. Er starrte mich an als sei ich verrückt, und als ich dann meine Flügel ausbreitete, riss er die Augen auf, starrte auf die Flasche in seiner Hand und murmelte etwas, dass ich nicht mehr verstand. Ich erhob mich mittels meiner Schwingen in die Luft. Ich fühlte mich frei. Befreit von allen Zwängen und allem, was mich gequält hatte. Ich flog also in Richtung der Person, die meine Aufmerksamkeit erregt hatte und kümmerte mich nicht weiter um die Dinge, die unter mir passierten. Ich wollte nur endlich die Erlösung finden von all meinen Leiden, die Person, die allem ein Ende setzen würde. Würde ich sie gleich erkennen? Oder sie mich? Was würde passieren? Ich hatte alle meine Hoffnungen auf diese eine Person gesetzt, doch was wenn ich bitter enttäuscht würde und weder sie mich erkannte, noch ich sie? Dann würde ich mein Leben weiter in Einsamkeit fristen, in Versklavung. Ich würde wieder in Seine Dienste treten müssen, mich quälen lassen, denn Er war es, der mich auf die Welt gebracht hatte. Er war es, durch dessen Hand ich sterben musste, es sei denn ich fände jemanden, der mich erlöst und mich vor ihm schützt.
Er, das war der Fürst der Finsternis, noch schlimmer als der Teufel und mächtiger als alles bisher da gewesene. Ich musste jemanden finden, der sich Ihm entgegenstellte, was sich gar nicht so einfach gestalten würde, das wusste ich, denn wer war schon so verrückt, sich mit dem mächtigsten Wesen zwischen Himmel und Hölle anzulegen? Aber es musste jemanden geben. Egal ob schwierig oder nicht, ich musste ihn einfach finden, meinen Retter.
Ich suchte noch die halbe Nacht, doch fand ich nicht, wen ich suchte. Ich brauchte Schlaf, denn ich war seit Tagen auf der Flucht. Ich hoffte nur Er würde mich nicht eher finden, bis ich meinerseits meinen Retter gefunden hatte.
Als ich an einem mehrstöckigen Wohnhaus vorbeikam, überlegte ich, ich könne mich auf einem der Balkone etwas ausruhen, denn Er würde niemals auf die Idee kommen mich dort zu suchen, wo ich von selbst niemals hingehen würde, das glaubte zumindest Er. Er glaubte, ich hasste die Menschen, doch hatte ich mich schon vor langer Zeit mit ihnen verbündet. Ich hatte ihnen geholfen, nun war mein Teil unseres Bündnisses erfüllt, und die Menschen waren an der Reihe, ihren Teil einzulösen. Natürlich würde sich keiner dieser Kreaturen mehr an dieses uralte Bündnis erinnern, das war klar, denn die Bündnispartner auf Seiten der Menschen waren bereits vor Jahrtausenden verstorben und ich glaubte auch nicht daran, dass diese unseren Pakt für die Nachwelt dokumentiert hätten, denn ich kannte die Menschen. Sie waren töricht und nur auf ihren Vorteil aus.



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