Visions_of_Atlantis

!Achtung! Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für falsch verstandene oder missinterpretierte Texte... Von mir erstellte Texte in diesem Blog basieren einzig und allein auf meiner Auffassung der Dinge und stellen so meine eigene persönliche Meinung dar.


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"Schade, dass wir beide jetzt hier sein müssen, nicht wahr?", begann er. "Damals hatten wir so eine tolle Zeit. Ich wünschte ich könnte das noch einmal erleben."
"Wieso, was war damals?"
Forschende Augen blickten ihn an.
"Weißt du das nicht mehr? Nun gut, dann will ich es dir erzählen. Ich wohnte bei meinen Großeltern, da meine Eltern gestorben waren, als ich etwa fünf Jahre alt war. Das kleine Dorf und die Wiesen und Wälder darum herum waren damals meine ganze Welt.", begann er seine Erzählung.
"Warum sind wir dann nicht immernoch dort?"
Die Augen seines Gegenübers funkelten ihn an.
"Nun ja, die Situation änderte sich an einem Tag im August. Tom, Jones, Peter und ich waren unterwegs, wie wir es fast jeden Tag waren. Wir liefen ziellos über die Wiesen und überlegten, was wir tun könnten, als wir an ein kleines Wäldchen kamen. Das Hexenwäldchen, wie es die Grossen nannten. Sie hatten uns davor gewarnt dort hin zu gehen, aber wir waren zu neugierig, um uns die Bedenken der Erwachsenen zu Herzen zu nehmen. Als wir das Wäldchen betraten geschah etwas mit uns. Wir fühlten, wie uns ein kalter Wind entgegen schlug. Je weiter wir ins das Wäldchen vordrangen, desto kälter wurde es. Und wir vier froren zusehends in unseren kurzen Hosen und dünnen T-Shirts, aber das hielt uns nicht davon ab, zu erkunden, was die Erwachsenen uns offensichtlich vorenthalten wollten.
Wir kamen also an ein kleines Häuschen, das fast völlig von Unkraut bedeckt war, aber das schreckte uns nicht. Sollten uns die Brennesseln doch stechen, das würde vergehen. Wir wollten unbedingt wissen, was sich in diesem Häuschen befand, also begannen wir, das Unkraut von der Hütte zu entfernen und die Eingangstür zu suchen. Nach wenigen Augenblicken rief Peter uns zu sich. Er schien die Tür gefunden zu haben. Wir liefen zu ihm und betraten die Hütte. Peter war der erste, der eintrat, nach ihm Jones, dann ich und zum Schluss Tom.
Wir schauten uns eine Weile in der Hütte um. Peter traute sich sogar in den Keller der Hütte zu gehen, nur ausgerüstet mit einer brennenden Kerze und Streichhölzern für den Notfall. Als er nach einer Weile noch immer nicht zurück war, beschlossen Tom, Jones und ich, nach Peter zu suchen, der sich, wie wir vermuteten in einem riesigen Kellergewölbe unterhalb des Waldes verlaufen haben musste, so stellten wir es uns zumindest vor. Stufe für Stufe stiegen wir hinab und waren überrascht über das, was wir sahen, als sich unsere Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten. In dem kleine Keller befand sich nicht viel, ausser einiger Ratten, Spinnen und einem Tisch, auf dem eine hohe Staubschicht und jede Menge Bücher lagen. Peter hatte sich in einem Sessel, der hinter dem Tisch stand, niedergelassen und las in einem der Bücher. Selbst die Spinnen, die über seine Hände krochen und die Ratten, die über den Tisch huschten, hielten ihn nicht davon ab, weiter halblaut einige Worte aus dem Buch vor sich hin zu murmeln. Selbst als wir uns vor ihn stellten und ihn ansprachen reagierte er nicht. Er las immer weiter und begann langsam zu grinsen. Mir war so, als hätte sich sein Gesicht verändert. Sein Kinn schien spitzer geworden, seine Augen zu kleinen Schlitzen verzogen und dann noch dieses widerwärtige Grinsen, das seine Lippen umspielte. Nach ein paar Minuten hörte er auf zu murmeln und klappte das Buch zu. Die Kerze, die Peter auf den Tisch gestellt hatte, war ausgegangen, als er das Buch zugeklappt hatte. Jones zündete also ein Streichholz, dass er mit nach unten gebracht hatte, an. Peter schien das gar nicht zu gefallen, denn er sprang auf, und für einen Moment schien es, als würde er umfallen. Er zischte regelrecht, als Jones die kleine Flamme entzündete, dann sprang er vorwärts auf uns zu und drücke das Streichholz mit seiner bloßen Hand aus."
Er holte Luft.
"Was geschah dann? Erzähl schon!", bat sein Gegenüber.
"Jones schrie Peter an und entzündete ein neues Streichholz. Im Dunkel hatte er sich wohl bis zu dem Tisch vorgestastet, an dem Peter noch bis vor kurzem gesessen hatte, und zündete die Kerze an, die sich darauf befand. Wieder zischte Peter, doch dieses Mal hieb er nach Jones, den er am Arm erwischte. Jones schrie und sein Arm blutete. Er ließ das nicht auf sich sitzen und trat Peter von sich. Dieser stolperte rückwärts, verlor das Gleichgewicht und knallte mit dem Kopf auf den harten Steinboden. Tom und ich liefen zu ihm, um zu sehen, ob er sich verletzt hatte, aber bevor wir auch nur halb bei ihm waren, hatte er sich schon wieder aufgerichtet. Ich sah, dass er einen Teil von Jones' Hemd, an dem etwas Blut klebte, in der Hand hatte. Aber eigentlich sah diese Hand nicht mehr aus wie eine Hand, sondern wie die Klaue eines Tieres. Peter liess von Jones ab und stürzte sich auf uns. Tom konnte sich gerade noch in Sicherheit bringen, aber mich erwischte Peter mit voller Wucht. Er grub seine Klaue in meinen Magen und mir wurde schlecht. Ich glaube für einen Augenblick hatte ich die Besinnung verloren. Als ich wieder zu mir kam, sah ich gerade noch, wie Tom Peter zur Seite trat und mit irgendetwas auf ihn einschlug. Ich richtete mich auf, versuchte es zumindest. Jones, der die ganze Zeit regungslos dagestanden hatte, half Tom, sich gegen Peter zu wehren. Beide hielten seine Arme und Beine fest und mussten gleichtzeitig auf der Hut sein, dass Peter sie nicht biss. Jones schrie mir etwas entgegen, als ich mich aufrichtete, aber mein Blut rauschte in meinen Ohren und ich verstand nicht. Jones brüllte nun regelrecht, und nun verstand ich ihn endlich. Er wollte, dass ich den Dolch, den er auf dem Tisch entdeckt hatte, hole und ihn Peter unter die Nase halte, um ihn einzuschüchtern. Ich lief zum Tisch, griff nach dem Dolch und spürte genau in dem Moment, als ich den Dolch berührte, wie eine fremde Macht Besitz von mir ergriff. Ich suchte sie abzuschütteln und als ich das Gefühl hatte, wieder volle Kontrolle über meinen Körper zu haben, lief ich zu den anderen beiden, die Peter noch immer festhielten. Jones hatte seine Arme gepackt und Tom seine Beine. Ich konnte erkennen, dass beide grosse Mühe hatten, Peter festzuhalten.
Als ich die drei erreichte, kniete ich mit meinem rechten Knie auf Peters Leib und hielt ihm den Dolch unter die Nase, bereit zuzustechen. Doch Peter fauchte mich nur an und schnappte nach meiner Hand, also stieß ich zu. Ich bohrte den Dolch tief in seine Brust, und als ich ihn langsam rauszog, überkam mich wieder das merkwürdige Gefühl, dass ich auch schon bei der ersten Berührung mit dem Dolch gespürt hatte. Ich stieß erneut zu. Wieder und wieder, bis Jones mich zurückriss und ich den Dolch aus den Händen verlor.
Er gab mir eine Ohrfeige und erst jetzt wurde mir bewusst, was ich gerade getan hatte. Ich hatte Peter getötet, meinen Kumpel Peter! Aber, um ehrlich zu sein, es hat mir Spaß gemacht. Noch nie zuvor hatte ich eine solche Zufriedenheit verspürt wie in diesem Moment. Wie ich nach Hause gekommen bin, weiss ich nicht, aber ich glaube ich habe gelächelt, als mich die Männer in den grünen Uniformen abgeholt haben. Und auch als mich später die Männer in weißen Kitteln abholten, habe ich gegrinst. Sie sagten damals, ich sei verrückt. Kannst du dir das vorstellen? Ich und verrückt, das ist lächerlich."
Sein Gegenüber schwieg, genau wie er selbst nun auch.
"Warum grinst du mich so an?", fragte er nach einer Weile.
"Ich kann nicht anders.", antwortete sein Gegenüber. "Wenn du grinst, muss auch ich grinsen."
"Aber warum zur Hölle??", schrie er. "Glaubst auch du mir nicht? Du glaubst wohl auch ich sei verrückt, was?"
Nun grinste sein Gegenüber nicht mehr. Es war nun nur noch eine wutverzerrte Fratze.
"Ich kann nichts dafür, ich bin nur dein Spiegelbild."



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